Dekanatssynode
Immer noch verliebt in die EKHN
sru/Dekanat
24.02.2025
sru
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Entsprechend voll war die evangelische Kirche in Groß-Zimmern, in der die Synode tagte. Viele Gäste waren gekommen, um die neue Kirchenpräsidentin live zu erleben. „Wir erachten es als eine besondere Wertschätzung, dass unsere neue Kirchenpräsidentin Frau Professorin Dr. Christiane Tietz schon kurz nach ihrem Dienstantritt in unserem Dekanat zu Gast ist“, freute sich Präses Ulrike Laux.
In einem kurzen Einstiegsinterview, das die Öffentlichkeitsreferentin des Dekanats, Silke Rummel führte, zeigte sich Christiane Tietz als eloquente, zugewandte und humorvolle Gesprächspartnerin. Die Gäste erfuhren, warum die Kirchenpräsidentin eine neue Brille hat, dass sie gerne in der Natur unterwegs ist und viel zu Fuß geht – auch, um sich in dem anspruchsvollen Amt fit zu halten.
Viele Blumen
Sie erfuhren weiterhin, dass Christiane Tietz den Odenwald schon aus Kindertagen kennt und dass Mathematik und evangelische Theologie – die Kirchenpräsidentin hat beides studiert – sehr gut zusammenpassen, weil beides von gewissen Voraussetzungen ausgeht. Sie sei „immer noch verliebt in die EKHN“, sagte sie auf die entsprechende Frage in Anspielung auf ihre Aussage bei der Wahlsynode. Es sei spannend, so viele Menschen und Arbeitsfelder kennenzulernen. Und scherzhaft: „Es liegt aber auch daran, dass ich so viele Blumen geschenkt bekomme.“
In ihrem Impuls führte Christiane Tietz anschließend aus, dass es wichtig sei, im alltäglichen Leben über den Glauben und Gott zu reden, um so einen Zugang zu schaffen und ins Gespräch zu kommen. Es mache ihr Mut, dass es in der Kirche so viele engagierte Menschen und an vielen Orten eine rege Beteiligung gebe. Die evangelische Kirche verfüge über eine große Bandbreite an Formaten – und man müsse sich bei allem Schweren zurzeit auch daran erinnern, „dass Kirche noch viel schwerere Zeiten erlebt und überstanden hat“. Es sei ihre Hoffnung, dass „wir den schwierigen Transformationsprozess ekhn2030 als gemeinsames Projekt sehen“. Was sie von sich selbst erwartet? „Meine Grundhaltung ist, dass ich offen bin für Kritik, und ich hoffe, dass ich mir auch bei eventuell scharfem Gegenwind meine Menschfreundlichkeit bewahren kann.“
Austausch mit der Kirchenpräsidentin
Es folgten vierzig Minuten, in denen die Synodalen und die Gäste ihre Fragen an die Kirchenpräsidentin stellen konnten. Wie sieht sie die Rolle der Ehrenamtlichen? „Die Ehrenamtlichen sind ganz entscheidend für die Vielfalt der Kirche“, antwortete Christiane Tietz, sie sei sehr dankbar für deren Engagement und Herzblut. „Ohne die Ehrenamtlichen ginge es überhaupt gar nicht.“ Der Transformationsprozess sei so ausgerichtet, dass stärker mit Menschen auch außerhalb der Kirche zusammengearbeitet werde, so Tietz weiter. Sie hoffe darauf, dass die neuen Strukturen auch tragen und Energie geben. Wie würde sie den Satz „Ich freue mich auf ekhn2030…“ fortführen? „…weil wir lernen können, was für eine vielfältige Gemeinschaft wir sind, die Arbeit im Team Spaß macht und stärker Gaben-orientiert gearbeitet werden kann.“
Welche Haltung hat die Kirchenpräsidentin in der gegenwärtigen gesellschaftlich und politisch turbulenten Situation? „Die evangelische Kirche ist davon überzeugt, dass die Demokratie die bestmögliche gesellschaftliche Form ist. Die Grundlage unserer Demokratie – die Würde jedes einzelnen Menschen – ist auch unsere Überzeugung. Insofern bin ich fest davon überzeugt, dass wir als evangelische Kirche für die Entwicklung der Demokratie in Deutschland eintreten müssen und Haltungen, die Menschengruppen pauschal ausgrenzen und abwerten, mit dem christlichen Glauben nicht zu vereinbaren sind, weil jeder Mensch die gleiche Würde vor Gott hat.“
Haushalt einstimmig verabschiedet
Nach einer Pause stellte Peter Stoffel, im Dekanatssynodalvorstand zuständig für die Finanzen, den Entwurf des Dekanatshaushalts 2025 vor. Er hat ein Volumen von rund 22,9 Millionen Euro – eine Steigerung von 1,2 Millionen Euro gegenüber 2024, wobei der Großteil von 20,8 Millionen Euro auf die Gemeindeübergreifende Trägerschaft der Kindertagesstätten (GüT) mit ihren mittlerweile 17 Kitas und fast 300 Mitarbeitenden entfällt (2024: 19,7 Millionen Euro). Der Kernhaushalt des Dekanats beträgt rund 2,1 Millionen Euro. Die Kostensteigerungen gegenüber dem Vorjahr seien im Wesentlichen durch Tariferhöhungen für die Mitarbeitenden zu erklären. Um den Haushalt auszugleichen, ist laut Peter Stoffel eine Entnahme von 10.000 Euro aus den Rücklagen des Transformationsbudgets notwendig. Die Dekanatssynode verabschiedete den Haushalt einstimmig.
Weiterhin stellte die Synode fest, dass durch zurückgehende finanzielle Unterstützung die Gestaltungsmöglichkeiten für die Kirchengemeinden immer mehr eingeschränkt werden. Lösungsansätze müssen gemeinsam erarbeitet werden.
Würdigungen und gemeinsames Bürgermeister-Grußwort
Die Andacht zu Beginn der Synode wurde vom Groß-Zimmerner Pfarrer Michael Fornoff gestaltet und von Dekanatskantor Ulrich Kuhn musikalisch begleitet. Präses Ulrike Laux führte Luisa Lehmer ein, die seit Jahresanfang Luisa Lehmer seit 1. Januar 2025 als Verwaltungsangestellte im Sekretariat des Dekanats und der Notfallseelsorge arbeitet. Die stellvertretende Dekanin Evelyn Bachler würdigte Gemeindepädagogin Stephanie Dreieicher für ihren zehnjährigen Dienst im Dekanat. Dekan Joachim Meyer verabschiedete Christiane Hucke und stellte Jenna Reibold, die neue Leiterin der Regionalen Diakonie Darmstadt-Dieburg, vor. Christiane Hucke, seit 2008 in der Regionalen Diakonie tätig, war regelmäßiger Gast auf den Synoden und geht nun in den Ruhestand.
Die Bürgermeister Mark Pullmann (Groß-Zimmern), René Kirch (Groß-Umstadt) und Philipp Thoma (Fischbachtal) sprachen gemeinsam ein Grußwort. Während Mark Pullmann die Verbundenheit mit der Kirchengemeinde Groß-Zimmern zum Ausdruck brachte, in der er getauft und konfirmiert worden sei und geheiratet habe, betonte René Kirch die besondere Bedeutung der Kirche als Halt und wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Kommune sei, „weil wir alle auf dem Weg der Veränderung sind“. Philipp Thoma, der selbst acht Jahre in einem Kirchenvorstand war, dankte den Synodalen dafür, dass sie mithelfen, Gottes Wort zu verbreiten. Der Glaube an Gott sei ihm ein wichtiges Fundament und er sei in seinem Leben darüber schon oft froh gewesen.
Die Synode ist das regionale Kirchenparlament des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald. Es besteht aus 76 Personen und vertritt 40 Kirchengemeinden mit rund 46.000 Mitgliedern zwischen Babenhausen und Reichelsheim.
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