Welche Klimaschutzmaßnahmen gibt es schon in den Kirchengemeinden? Welchen Stellenwert hat der Klimaschutz? Wie kann Kirche insgesamt klimafreundlicher werden? In den ersten Monaten hat Annika Held vor allem gesichtet, wie weit die Gemeinden bisher sind. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen die Mobilität, das Einkaufsverhalten, energiesparendes Nutzerverhalten, Bildungsarbeit und Schöpfungsspiritualität. Dabei kann es um die energiesparende Beleuchtung genauso gehen wie um die Anschaffung eines E-Autos oder um die Unterstützung bei Fördermittelanträgen. Ein Konfitag zum Thema Klimaschutz schwebt Annika Held vor und ein Aktionstag für die Kitas. Der Vortrag zum Thema „Hitzeschutz“ beim Reichelsheimer Frauenfrühstück im kommenden Jahr ist bereits gesetzt. Weil auch kleine Maßnahmen schon einiges bringen, hat sie sich das Motto „Jeder Schritt zählt“ gesetzt.
Bewahrung der Schöpfung ist Teil des christlichen Glaubens
„Meine Aufgabe ist die Hilfe zur Selbsthilfe – dass die Kirchengemeinden im Dschungel der Möglichkeiten ihren Weg finden“, sagt Annika Held. „Ich habe den Eindruck, dass sich viele darüber freuen, Unterstützung zu erhalten, weil sich alle bewusst sind, dass die Bewahrung der Schöpfung ein essentieller Teil unseres Glaubens ist.“
Annika Held ist Groß-Umstädterin und im Stadtteil Richen aufgewachsen. Schon als Kind verbrachte sie viel Zeit auf dem Bauernhof ihrer Oma und entdeckte ihre Liebe zur Natur. Annika Held hat Biologie und Ökologie in Frankfurt und Mainz studiert und arbeitet an ihrer Promotion. Als freie Biologin betreut sie im bioversum Jagdschloss Kranichstein Schulklassen, Kindergärten und Geburtstagsfeiern.
Mit dem Dekanat und den kirchlichen Strukturen ist Annika Held bestens vertraut. Seit ihrer Konfirmation engagiert sich die 29-Jährige in der Evangelischen Kirche – in der Dekanatsjugend, bei Radio Wein-Welle, der SichtBar, die sich auch intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst, Rock the Church und in der Jugendarbeit in Kleestadt. Etliche Jahre war sie auch als Jugenddelegierte in der Synode. Privat ist Annika Held gerade dabei ihren kleinen Garten möglichst insektenfreundlich anzulegen. Außerdem tanzt sie gerne Schautanz.
Hintergrund
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) will ihre Treibhausgasemissionen bis 2035 um 90 Prozent senken und bis 2045 komplett klimaneutral sein. Um das zu erreichen, investiert die Landeskirche verstärkt in Personal und Mittel, unter anderem mit regionalen Koordinationsstellen in insgesamt sieben Dekanaten. Gefördert wird das Projekt durch die Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums und den Zukunftsfonds der EKHN.