Von einer blinden Schafherde und einem gelähmten Hirten

veröffentlicht 14.09.2026, Dekanat Vorderer Odenwald

Die Ferienspiele 2026 in den evangelischen Kirchengemeinden im Gersprenztal standen unter dem Motto „Eine WUNDERsame Entdeckungsreise“.

Nach und nach kommen am Morgen immer mehr Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren im evangelischen Gemeindehaus an. Sie kommen, um zu entdecken. „Eine WUNDERsame Entdeckungsreise“ – so nennt sich der Tag, der ihnen bevorsteht.

Nach einem kurzen Kennenlernen startet die Gruppe mit einer kleinen Andacht in den Tag. Die Kinder hören von biblischen Wundern. Die Heilung eines Gelähmten durch Jesus, die Heilung eines Blinden und die Heilung eines Taubstummen. Die Kinder wundern sich, wie diese Heilungen funktionieren können und erzählen von eigens erlebten Wundern und dem, was sie mit dem Wort verbinden. 

Nach der Andacht konzentrieren sich die Kinder ganz bewusst auf ihren Hörsinn. Sie schließen die Augen, lauschen in den Raum und die Natur. Auf einem Blatt Papier zeichnen sie ihre ganz eigenen Geräuschlandkarte. Die Kinder stellen fest, wie viele Geräusche sie wahrnehmen, wenn sie sich vollends darauf konzentrieren. Mit geschlossenen Augen geht es weiter, zumindest für die Hälfte der Gruppe. Sich blind von jemand anderem führen zu lassen, dabei ist Vertrauen gefragt.

Danach können sich die Kinder kreativ ausleben und mit bereitgestellten Materialien eigene wundervolle Experimente gestalten. Währenddessen werden auch in der Küche Wunder vollbracht und aus den verschiedenen Zutaten ein leckeres Mittagessen gekocht. 

Nach einer Bewegungspause wird die Gruppe zu einer Schafherde. Die Schafherde ist allerdings blind und steht im Raum verteilt. Ein Kind hat als Hirte oder Hirtin die Aufgabe, alle Schafe im Stall unterzubringen, der durch ein Seil auf dem Boden markiert wird. Der Hirte bzw. die Hirtin ist jedoch gelähmt und kann sich nicht vom eigenen Platz wegbewegen. Es ist Geschick für diese Aufgabe gefragt und gute Kommunikation. 
Zum Abschluss beschäftigt sich die Gruppe noch mit dem Taubstumm-Sein. Hierfür wird zunächst das bekannte Spiel Pantomime gespielt, um sich auf Kommunikation ohne Reden und Hören einzustellen. Anschließend lernen die Kinder Gebärden zu verschiedenen Tieren kennen.

Am Nachmittag blickt die Gruppe auf sechs Stunden Ferienspieltag voller neuer Wunder und Entdeckungen zurück. Der Ferienspieltag endet mit einer leckeren Keks-Segensrunde. 

Der Rätsel-Tag wurde von einem ehrenamtlichen Team der evangelischen Kirchengemeinden im Gersprenztal und Gemeindepädagogin Ilka Werdan-Staudt angeboten. Er fand im Rahmen der kommunalen Ferienspiele von Reichelsheim, Fränkisch-Crumbach und Lindenfels (Winterkasten) im jeweiligen Gemeindehaus vor Ort statt.   Ilka Werdan-Staudt