Die Religionslehrerin Elina Becher gab eine Einführung in die Synagoge, die religiöse Praxis und das Leben der jüdischen Gemeinde. Die Situation sei für viele bedrückend. Der 7. Oktober 2023, also der Terrorangriff der Hamas auf Israel, bei dem über 1200 Zivilisten ermordet und 250 Geiseln genommen wurden, habe viele traumatisiert und alte Wunden wieder aufgerissen. Es sei danach auch nicht zu einer Welle des Mitgefühls gekommen, sondern zu einer Mauer des Schweigens darüber. In den Schulen, auf der Arbeit und im sozialen Leben habe es wenig Unterstützung und Anteilnahme gegeben, im Gegenteil, die Bedrohungen und Beleidigungen hätten massiv zugenommen. Daher auch massiven Sicherheitsmaßnahmen vor der Synagoge und vor jeder jüdischen Einrichtung.
Höhepunkte der Führung: Der Blick in den Toraschrank mit acht handgeschriebenen und geschmückten Torarollen. Und der Duft im Gemeindesaal, wo eine Gruppe von Frauen Hamantaschen zubereiteten. Dieses Gebäck gehört zum anstehenden Purimfest am 2. März. Es erinnert daran, wie die Juden in Persien unter der Führung Esthers sich gegen ein von dem Schlächter Haman angezetteltes Pogrom verteidigten.
In dem gut zweistündigen, anregenden Gespräch wurde über viele Fragen gesprochen, und - wie immer nach einem guten Gespräch - gingen alle mit noch mehr und neuen Fragen nach Hause. „Der Besuch war auch als Zeichen der Unterstützung für die jüdische Gemeinde gedacht, denn viele Juden und Jüdinnen fragen sich, ob es hier eine Zukunft für sie gibt“, sagt Margit Binz, Pfarrerin für Ökumene im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald.
Die Organisation lag bei ihr und bei Dr. Rose Schließmann, Referentin für Menschen in der 2. Lebenshälfte im Dekanat. Beide sind ansprechbar für weitere Fragen und Themen.