Mehr Klimaschutz für die Kirchengemeinden

veröffentlicht 23.06.2026 von Silke Rummel, Dekanat Vorderer Odenwald

Auf der Sommersynode des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald wurde die neue Klimaschutzkoordinatorin Annika Held eingeführt. Jenna Reibold, die Leiterin der Regionalen Diakonie Südhessen, hatte schlechte Nachrichten.

Die Sommersynode schloss am Freitagabend nahtlos an den Empfang zur Einführung des neuen Dekans Michael Gütgemann an. Dieser ist seit Anfang Juni im Amt. Er sei gut hier angekommen und dabei, sich einzuarbeiten, sagte er. Die Herzlichkeit, mit der er empfangen worden sei, und die Unterstützung, die er erfahre, machten es ihm leicht. Er habe auch gemerkt, dass es „viele Menschen gibt, die für ihre Kirchengemeinde brennen“. Besonders dankte Michael Gütgemann der stellvertretenden Dekanin Evelyn Bachler für die Vakanzvertretung und die kollegiale Unterstützung.  

Diakonie stellt Migrations- und Schwangerenberatung ein
Jenna Reibold, die Leiterin der Regionalen Diakonie Südhessen, stellte die neuen Strukturen vor. Vor anderthalb Jahren war sie schon mal bei einer Synode zu Gast, seinerzeit als Leiterin der Regionalen Diakonie Darmstadt-Dieburg. Inzwischen ist sie Leiterin der Regionalen Diakonie Südhessen – zum 1. Januar haben sich die Regionalen Diakonien Odenwald, Bergstraße, Darmstadt und Darmstadt-Dieburg zusammengeschlossen. Mehr als 300 Mitarbeitende müssten nun in der neuen Struktur Heimat finden, sagte sie. „Der Auftrag bleibt gleich: Wir sind Lobby für die, die keine Lobby haben.“ 

Allerdings hatte sie schlechte Nachrichten im Gepäck: Die Regionale Diakonie Südhessen beendet die Migrations- und Schwangerenberatung in Groß-Umstadt zum Monatsende aus wirtschaftlichen Gründen, „weil der Eigenanteil zu hoch geworden ist“. Es sei eine „schmerzhafte Entscheidung“, bedauerte Reibold. Hintergrund ist, dass das Bundesinnenministerium angekündigt hat, ab 2027 die Mittel für die unabhängige Asylverfahrensberatung komplett zu streichen. „Es wird bedeuten, dass die Menschen vor dem Rathaus oder Landratsamt stehen und nicht wissen, wo sie hin sollen“, sagte die Leiterin der Regionalen Diakonie Südhessen.

Neue Klimaschutz-Koordinatorin
Annika Held hat Mitte Mai die neugeschaffene Projektstelle für Klimaschutz-Koordination im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald übernommen. Sie wurde auf der Synode eingeführt. Die 29-Jährige hat Biologie und Ökologie studiert und arbeitet an ihrer Promotion. Mit dem Dekanat ist sie bestens vertraut – sie engagiert sich seit vielen Jahren in der Dekanatsjugend, bei Radio Wein-Welle, der SichtBar und Rock the Church und war auch als Jugenddelegierte in der Synode. Die Projektstelle wird vom Bund und vom Zukunftsfonds der Landeskirche finanziert und ist auf vier Jahre befristet.

„Die Gesellschaft ist in puncto Klimaerwärmung erschreckend untätig“, sagte Präses Ulrike Laux, die durch die Synode führte. Sie, Samuel Stauß, Referent für Gesellschaftliche Verantwortung, und Annika Held stellten dies plastisch dar: Eine Tafel mit Jahreszahlen zeigte die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung an – allesamt in diesem Jahrtausend. Blaue Bälle in einem Gefäß markierten die Eistage, gelbe die Hitzetage. Die blauen Bälle werden weniger, die gelben mehr. „Meine Aufgabe ist, Sie als Kirchengemeinde für den Klimaschutz zu gewinnen und Strategien zu entwickeln“, sagte Annika Held. Sie berate zu Maßnahmen und Fördermitteln, kümmere sich um die Bildungs- und die Öffentlichkeitsarbeit. „Jeder Schritt zählt.“

Einstimmig haben die Synodalen außerdem dafür gestimmt, den Zuschuss zu Fortbildungen von sechs auf sieben Euro pro Tag und Person zu erhöhen. Finanziert wird dies aus den Rücklagen des Finanzausgleichs.

Die Synode ist das regionale Kirchenparlament des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald. Es besteht aus 76 Personen und vertritt die fünf Kirchengemeinden beziehungsweise Nachbarschaftsräume mit rund 44.000 Mitgliedern zwischen Babenhausen und Reichelsheim.