Es war eine dieser Fahrten, die man nicht so schnell vergisst: 69 Konfis aus den fünf Kirchengemeinden im Gersprenztal Beerfurth, Brensbach, Fränkisch-Crumbach, Reichelsheim und Wersau, ein Team von 15 engagierten ehren- und hauptamtlichen Menschen – und ein Thema, das unter die Haut ging: Passion und Ostern. Mitte März wurde drei Tage lang in der Jugendherberge Kloster Höchst im Odenwald diskutiert, gebastelt, gebetet und gefeiert. Und am Ende stand nicht nur ein gemeinsames Erlebnis, sondern auch die Gewissheit: Glaube ist mehr als Worte – er ist lebendig und manchmal auch ganz schön laut – besonders, wenn man ihn mit mehr als 80 Personen feiert und erlebt.
Workshops: Glaube mit allen Sinnen
Die Workshops waren das Herzstück der Fahrt. Hier ging es nicht um trockene Theorie, sondern um Erfahrungen und Kreativität. In kleinen Gruppen setzten sich die Konfis mit zentralen Fragen der Passions- und Ostergeschichte auseinander: Was bedeutet das Kreuz für mich? Wie kann Auferstehung aus heutiger Sicht verstanden werden? Was gibt mir Hoffnung? Und was hat das alles mit uns heute zu tun?
Pfarrer Thomas Worch resümierte zu seinem Workshop: „Manchmal ist man positiv überrascht. Ein Workshop zum Thema „Kriminalfall Jesus“, in dem Konfis im Rollenspiel den Prozess gegen Jesus engagiert nachspielten. Bibel mal anders erleben. Identifikation mit der Rolle. Ergebnis: kein Todesurteil gegen Jesus. Aber die Erkenntnis: Er musste sterben, damit es die Auferstehung geben konnte. Durch den Tod zum Leben. Und vielleicht besser verstehen, was die Personen der Passionsgeschichte bewegt hat. Was will man als Pfarrer mehr?“
Jugendkreuzweg: Unterwegs mit Jesus
Ein besonderes Erlebnis war der Jugendkreuzweg, den die Konfigruppen gemeinsam – aufgrund des regnerischen Wetters spontan in der Jugendherberge – durchliefen. An verschiedenen Stationen betrachteten sie Jesu Weg zum Kreuz aus unterschiedlichen Perspektiven: Pontius Pilatus, die Frauen, die Soldaten... Der Jugendkreuzweg war keine stille Andacht, sondern ein interaktiver Weg, bei dem auch die Meinungen und Erfahrungen der Konfis gefragt waren. Sie fühlten sich in Situationen ein, diskutierten, beteten und gestalteten die Stationen mit eigenen Worten mit.
Bernsteine schleifen: Alle haben Ecken und Kanten
Ein schöner Abschluss der Konfifahrt bildete das gemeinsame Bernsteine schleifen. Alle durften sich einen Rohstein aussuchen und ihn schleifen und polieren. Der Stein, der zunächst mit Ecken und Kanten daherkam, wurde auf einer Seite glatt und glänzend. Die Ecken und Kanten der Rückseite kamen nun glänzend zum Vorschein.
Abendprogramm: Spiele, Disco und Gemeinschaft
Nach den intensiven Workshops und Gesprächen tagsüber war auch Zeit für Ausgelassenheit. Am ersten Abend brachte der Spieleabend die Gruppe zum Lachen. Mehrere Kleingruppen traten in unterschiedlichen kleinen Spielen gegeneinander an. Waltraud Frassine, Ehrenamtliche aus Reichelsheim, war beeindruckt, wie zwei junge Ehrenamtliche den Spieleabend gestalteten, besondere Spiele vorbereitet hatten und die Jugendlichen vor echte Herausforderungen stellten.
Die Disco am letzten Abend überzeugte mit Musik, Lichteffekten, Mocktails und einer Tanzfläche.
Fazit: Mehr als eine Fahrt
Am Ende hatten die Konfis nicht nur viel über Passion und Ostern gelernt, sondern auch über sich selbst – und darüber, wie wichtig es ist, gemeinsam unterwegs zu sein und für eigene Bedürfnisse einzustehen.
Konfirmand Florian blickt positiv auf die Fahrt zurück: “Ich fand die Abende cool wie zum Beispiel die Party. Aber auch der Spieleabend war sehr toll. Am Mittag war auch immer für Unterhaltung gesorgt wie Workshops, aber auch die Pausen, in denen man mit neuen Leuten zusammen neue Spiele spielen konnte.“