Feuerwerk zum Start der neuen Kirchengemeinde

veröffentlicht 28.01.2026 von Silke Rummel, Dekanat Vorderer Odenwald

Sieben Gemeinden vereinigen sich zur neuen Evangelischen Kirchengemeinde Dieburger Land. Am Sonntag (25. Januar) wurde der Festgottesdienst mit viel Musik gefeiert.

Das „Guten Morgen“ als Antwort auf die Begrüßung durch Pfarrer Michael Fornoff tönt aus vollen Kehlen. Die Groß-Zimmerner Kirche ist proppenvoll. „Es ist ein historischer Gottesdienst, denn aus sieben Gemeinden wird eine: die Evangelische Kirchengemeinde Dieburger Land“, sagt der Zimmerner Pfarrer. Aus Altheim und Dieburg, Eppertshausen und Groß-Zimmern, Harpertshausen, Messel und Münster sind die Menschen gekommen – eben aus jenen Kirchengemeinden, die sich zum Jahresanfang zusammengeschlossen haben. Am vergangenen Sonntag (25. Januar) wurde diese Gründung mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert.

Die Jahreslosung „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“(Offenbarung 21,5) bildete den roten Faden. In den Fürbitten und Gebeten, in der Predigt und in den Liedern ging es immer wieder um den neuen Weg, aber auch um die Bitte nach Gottes Segen und um die Eigenheiten der einzelnen Gemeinden. Gestaltet wurde der Gottesdienst von den  Pfarrerinnen und Pfarrern Dorothee Benner, die ihr 30. Ordinationsjubiläum hatte, Albrecht Burkholz, Michael Fornoff, Gaby Heckmann-Fuchs, Dr. Lydia Lauxmann und Johannes Opfermann, Gemeindepädagogin Stephanie Dreieicher und Kirchenmusiker Ulrich Kuhn sowie von Ehrenamtlichen aus den einzelnen Gemeinden.

Ulrich Kuhn ließ mit dem selbst komponierten und mehrstimmig gesungenen Kanon zur Jahreslosung eine Rakete steigen, drehte sich doch der Gesang zum Schluss hin immer weiter nach oben. Überhaupt zündete der Gottesdienst ein musikalisches Feuerwerk – mit einem Kirchenchor, der durch die Fusion der Kirchengemeinden zu einem Projektchor „Dieburger Land“ gewachsen ist und einem Posaunenchor, der ebenfalls Zuwachs bekommen hat. Die Gesamtleitung lag in den Händen von Ulrich Kuhn, der auch die Orgel spielte. Aber für die rund 350 Gottesdienstbesucherinnen und -besucher, die die Musik begeistert beklatschten, gab es nicht nur klassische Kirchenlieder, sondern auch geistlich-meditativen Pop der Dieburger Jugendband „Die Kerschrockers“. „I am yours and you are mine“, sang Adina Reichert, begleitet von Paul Strobl (Gitarre), Markus Heinrichs (E-Piano) und Sebastian Fenn. Tobias Reichert, der Fünfte im Bunde, war krankheitsbedingt nicht dabei. 

Anfänglich leben als christliche Lebenskunst
„Ich bin dir und du bist mir“, übersetzte Joachim Meyer, Pfarrer und Dekan des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald, und leitete damit zu seiner Predigt über. Die Jahreslosung „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu“ sei für ihn wie ein Sonnenaufgang am Morgen, jeden Tag von neuem. „Anfänglich leben, das gehört zur Lebenskunst eines Christen, einer Christin“, sagte der Dekan. Dass eine Kirchengemeinde neu gegründet wurde, sei Jahrzehnte her wie in Eppertshausen oder Münster und Jahrhunderte wie in Messel oder Groß-Zimmern. Es sei also ein seltenes und besonderes Ereignis. So habe die neue Kirchengemeinde etwas künftiges, sie sei aber genauso geprägt durch die Besonderheiten der Kirchengemeinden, aus denen sie hervorgehe. Er wünschte der neuen Kirchengemeinde, dass sie die Gesellschaft in der Region in sozialer Verantwortung mitgestalte. 

Mit der rechten Hand auf der Schulter des Nachbarn oder der Nachbarin sprach die Gemeinde gemeinsam einen Segen. Nach dem Gottesdienst leitete das Messeler Stegreif-Theater – eine der Besonderheiten –  humorvoll zu den Grußworten über. Martin Willert aus Dieburg, Vorsitzender des neuen Kirchenvorstands, schaute auf die zurückliegenden dreieinhalb Jahre, in denen die Kirchengemeinden den Weg geebnet hätten, mit der Erkenntnis: „Wenn wir ehrlich miteinander umgehen und die Interessen aller berücksichtigen, wird es gelingen.“

Präses Ulrike Laux überbrachte die Glückwünsche des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald, Mareike Böhm die für die katholische Pfarrei St. Christophorus Dieburger Land. Manfred Pentz, hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, sprach ein Grußwort, ebenso wie der Dieburger Bürgermeister Frank Haus stellvertretend für die Bürgermeister der Kommunen im Bereich der neuen Kirchengemeinde. Für die Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde überbrachte Burhan Ud-Din Faizan Glückwünsche.

Mit einem Kinderprogramm von Gemeindepädagogin Stephanie Dreieicher, Kartoffelsuppe sowie Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus oder einem heißen Punsch vom Team der SichtBar vor der Kirche klang der Festtag aus.


Den Mitschnitt des Gottesdienstes gibt es hier auf Youtube.