Evangelische Jugend positioniert sich klar gegen die AfD

veröffentlicht 30.03.2026, Dekanat Vorderer Odenwald

Die Vollversammlung der Jugend in der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat die Solidarität in den Fokus gestellt. Allein vier Anträge wurden gegen Rechtsextremismus verabschiedet.

Die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau e.V. (EJHN) hat sich vom 27. bis 29. März 2026 in der Jugendherberge Kloster Höchst im Odenwald getroffen und sich mit dem Thema Solidarität unter dem Motto
„Füreinander und für alle Menschen” auseinandergesetzt. Das Plenum der Vollversammlung war mit 107 Delegierten aus den Jugendvertretungen der Dekanate der Landeskirche beschlussfähig. Die Vollversammlung hat dabei mit großer Mehrheit vier Anträge zum Thema Rechtsextremismus, Solidarität und Menschenwürde verabschiedet.

Im ersten Antrag hat sich der Evangelische Jugendverband der hessen-nassauischen Landeskirche für eine Satzungsänderung entschieden. Diese Änderung beinhaltet einen Paragrafen, der Menschen von Ämtern im Jugendverband ausschließt, die entweder Mitglied einer rechtsextremen Organisation sind, eine solche Organisation mit Wort oder Tat unterstützen, gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung oder sonst systematisch menschenverachtend handeln. Den Ausschluss von einer Person für ein Amt soll die Vollversammlung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit beschließen. Der Ausschluss kann mit einer Zwei-Drittel-
Mehrheit wieder aufgehoben werden.

Im zweiten Antrag spricht sich die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau e.V. für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahren aus. In einer Positionierung legt sie dabei dar, dass die Haltung, Werte und Handlungen der AfD unvereinbar mit der Satzung der EJHN, der Kinderund Jugendordnung der EKHN, den Werten der Jugendverbandsarbeit und dem christlichen Selbstverständnis der EJHN sind. In der Begründung des Antrags nennt der antragsstellende Vorstand die Forderung einer Prüfung eines Verbotsverfahrens den nächsten konsequenten Schritt im Jugendverband. Gleichzeitig wird die Landeskirche dazu aufgefordert, kirchliche Strukturen zu schützen und entsprechende Verordnungen und Gesetzesänderungen umzusetzen. Auch weitere kirchliche Institutionen und Jugendverbände werden dazu aufgefordert, sich der Position anzuschließen.

Im dritten Antrag zum Thema Rechtsextremismus hat sich die EJHN eine Ausschlussklausel gegeben, die bei digitalen und analogen Veranstaltungen gilt und besagt, dass sowohl störende Menschen von Veranstaltungen ausgeschlossen werden können als auch Menschen, die einer rechtsextremen Vereinigung angehören. 

Im vierten Antrag bekennt sich die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau e.V. solidarisch gegenüber dem Kirchenasyl und fordert dazu auf, das Kirchenasyl, die Gäste im Kirchenasyl, Engagierte für das Kirchenasyl und Gemeinden mit Kirchenasyl konsequent zu schützen, heißt es in der Pressemitteilung der EJHN.

Alle Anträge der 48. Vollversammlung sind online nachzulesen unter www.ejhn.de/48-vollversammlung.

Christliche Werte nicht mit der AfD vereinbar
Die jungen Menschen im Jugendverband befassen sich bereits seit vielen Jahren mit den Themen Rechtsextremismus, Soziale Gerechtigkeit, Vielfalt und ihrem christlichen Selbstverständnis (www.ejhn.de/positionspapiere; www.ejhn.de/schwerpunkte).

Ein Antragspaket gegen Rechtsextremismus war deshalb der nächste Schritt, für eine klare Kommunikation der Haltung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau e.V. nach innen und außen. So sagte die Vorsitzende Kim Pinschmidt in der Debatte: „Wir sind ein christlicher Jugendverband und stehen für christliche Werte und diese christlichen Werte sind nicht mit der AfD vereinbar.”

Vor dem Plenum am Palmsonntag hat sich die EJHN e.V. am Samstag ihrer Vollversammlung in unterschiedlichen Workshops mit den Themen Solidarität, Menschenwürde, Toleranz und einem guten Miteinander auseinandergesetzt. Angeboten wurden dabei diverse Workshops wie beispielsweise von den Omas gegen Rechts zu ihrer Arbeit, zu rassistischen Strukturen in der Kirche, zu Hass im Netz und von einem Klimaaktivisten aus Schweden.

Mit den klaren Positionen zum Thema Rechtsextremismus gibt sich die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau e.V. einen klaren Handlungsrahmen, verstärkt die Positionen der vergangenen Jahre und setzt sich deutlich für eine Kirche der Vielfalt, Nächstenliebe und Solidarität ein.

Hintergrund
Die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau e.V. ist der selbständige Jugendverband der EKHN. Sie vertritt die jugendpolitischen Belange kirchlicher und verbandlicher Arbeit von, mit und für Kinder(n) und Jugendliche(n) und damit die Interessen von Kindern und Jugendlichen, Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen im gesamten Arbeitsfeld Kinder und Jugend gegenüber Kirche, Staat und Gesellschaft.