Auf der Bühne stehen bunte Gießkannen, darauf die Buchstaben T – A – U – F – E. Die Tauffamilien und Gäste haben es sich an den Biertischen unter dem großen Baum und unter den Sonnenschirmen gemütlich gemacht. Oder auf den Liegestühlen, die in dem kleinen Park an der historischen Stadtmühle in Babenhausen stehen. Wenige Meter weiter plätschert die Gersprenz. Der Evangelische Posaunenchor Langstadt startet mit einem schmissigen „YMCA“ in diesen besonderen Gottesdienst am Sonntagmorgen.
Vor drei Jahren haben die Babenhäuser und Schaafheimer Kirchengemeinden schon einmal ein Tauffest an einem besonderen Ort gefeiert – seinerzeit im Freibad – und gute Erfahrungen gemacht. Dieses Mal hat sich die Gesamtkirchengemeinde Babenhausen und Schaafheim an das Local Heroes Festival angedockt. Der Gedanke dazu kam Pfarrer Ulrich Möbus im vergangenen Jahr beim Besuch des Festivals. Die Macher waren einverstanden und sehr kooperativ. „Dafür sind wir den Veranstaltern sehr dankbar“, sagt Möbus. Unterstützt wurde das Pfarrteam von einer großen Gruppe Ehrenamtlicher.
Gewappnet für die Stürme des Lebens
13 Kinder und Jugendliche werden an diesem Vormittag getauft. Die Kirchengemeinde hatte zuvor alle Eltern angeschrieben, von denen mindestens ein Elternteil evangelisch ist, und dazu eingeladen. Der Gottesdienst ist heiter und kurzweilig, die Predigt aufs Mitmachen angelegt. Es geht um die biblische Geschichte von Jesus, der sich nach einem anstrengenden Tag im Boot zum Schlafen legt. Es zieht ein Sturm auf, seine Jünger fürchten sich, doch Jesus schlummert weiter.
„Hilf uns!“ lässt Pfarrer Ulrich Möbus die Gottesdienstgemeinde rufen, was diese lauthals tut. Jesus wacht auf und gebietet dem Sturm Einhalt. Seine Gefährten sind beeindruckt. „Es gibt Situationen, da rüttelt es an einem“, sagt der Pfarrer und überträgt die Geschichte auf die Stürme des Lebens. „Auch wenn wir meinen, wir sind ganz allein – wir sind nicht allein, Jesus ist bei uns.“ Das ist das Prinzip der Taufe: aufgenommen zu werden in die christliche Gemeinschaft und angenommen zu sein von Gott. Oder mit den Worten des Pfarrers: „Wer getauft ist, der gehört zusammen mit anderen zur Mannschaft Jesu.“ Möbus versinnbildlicht das mit den bunten Gießkannen. Als er sie herumdreht, steht darauf: „Ich bin für dich da.“
Während der Posaunenchor spielt, geht es zu den drei Taufstationen mit Pfarrer Marcus David, Pfarrerin Andrea Rudersdorf und Pfarrer Ulrich Möbus. Jule sieht selig aus, nachdem Pfarrer David der Sechsjährigen dreimal das Wasser auf den Kopf geschöpft und ihr einen Segen zugesprochen hat. Sie habe unbedingt getauft werden wollen, sagt Mutter Janine Scheuing aus Schaafheim. Ähnliche Situationen an den anderen Taufstationen: große Augen bei den Babys, Hingabe bei den Älteren.
Nach dem Ende des Gottesdienstes bleibt Jules Familie da und feiert die Taufe auf dem Festival, wo es mittlerweile zu essen und zu trinken gibt. „Das Tauffest war sehr schön“, sagt Janine Scheuing, „es war mal was anderes.“ Die Pfarrpersonen sind auch zufrieden. Das nächste Tauffest kommt bestimmt.
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